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ERNST HUBERTY 


Luxemburg im Herzen, Fußball im Kopf

 

 

„Mister Sportschau“ Ernst Huberty wird 90 und erinnert sich an Fußballspiele
und Kirchgänge im Großherzogtum.

 VON SARAH MÜNCHEN
Luxemburger Wort 22. Februar 2017
 

   Millionen Sportfans kennen ihn als „Mister Sportschau“, als der Mann, der sie durch Tausende Fußballspiele begleitet hat. Doch der Luxemburger Ernst Huberty, der heute 90 Jahre alt wird, hat noch mehr zu erzählen. Zum Beispiel wie er als junger Fußballer für Union spielte.

   Wenige Sekunden nachdem er den Telefonhörer abgenommen hat, fühlt sich Ernst Huberty viel, viele Jahre zurück versetzt."Ach ja, das ´Luxemburger Wort'", sagt er und hält kurz inne. Er wirkt überrascht.Ungewöhnlich für jemanden, der dafür bekannt ist, dass er sich nie, wirklich niemals aus der Ruhe bringen lässt.Der immer die richtigen Worte findet und den richtigen Ton trifft.

   Generationen von Sportfans hat Huberty mit seiner dunklen, für einen Sportreporter ungewöhnlich unaufgeregten Stimme durch Tausende Fußballspiele begleitet, seitdem er 1961 die Sportschau mitgegründet hat. Die Stimme hat sich nicht verändert, sie klingt noch wie auf den alten Tonbandaufnahmen. Heute wird "MisterSportschau", wie er auch genannt wird, 90 Jahre alt und erinnert sich an seine Kindheit, als wäre sie gerade zehn Minuten her.

   Denn mit dem Anruf aus Luxemburg kommt erst die Überraschung und dann dieErinnerungen zurück. "Seitdem ich lesen konnte, habe ich immer, wenn ich in den Ferien bei meinen Großeltern oder bei Tante und Onkel war, das ´Luxemburger Wort´ gelesen.Ernst Huberty ist Luxemburger. Der Sohn einer Deutschen und eines Luxemburgers ist zwar in Trier geboren und in Koblenz aufgewchsen, doch die Ferien verbrachte er als Schüler meist im Großherzogtum. "Als Junge habe ich sogar schon für Union Luxemburg gekickt".

Als Junge habe ich sogar schon für Union Luxemburg gekickt.  

Sein Vetter stand damals bei dem Hauptstadtverein im Tor. Und das Stadion lag nur ein paar Meter von dem Haus seiner Tante entfernt. „Da bin ich einfach mal mitgegangen.“ Das alles ist schon sehr lange her. „Damals hatten wir ja fast noch Pampers an.“ Und dann lacht der Mann, der für sein ruhiges und seriöses  Auftreten bekannt ist, so fröhlich und laut los, als wäre er eben noch gemeinsam mit seinen Kumpels über den Sportplatz gerannt.

   Wenn Huberty an Luxemburg denkt, dann denkt er auch an die Sonntage, an denen er „immer alleine in die Kirche gegangen ist, eine sehr schöne Kirche.“ Und er denkt auch an diesen einen Tag, als er gerade neun oder zehn Jahre alt war. „Ich weiß noch gut, dass an

diesem Abend ein Luxemburger Boxer auf der Schobermesse um die Europameisterschaft geboxt hat. Diesen Kampf wollte ich unbedingt sehen.“ Ohne ein Wort zu sagen, haute er einfach ab und lief spät am Abend zu Fuß durch die Dunkelheit zurück zu seiner Familie. „Sie haben mich überall gesucht und waren total aufgeregt“, erinnert er sich und lacht leise.

   80 Jahre später lebt Huberty in Frechen bei Köln und verfolgt die Luxemburger Sportszene immer noch. „ich finde es erstaunlich, wie gut die Luxemburger im Fußball sind und dass sie es immer wieder schaffen, auch international mitzuhalten“. Doch da gibt es noch mehr, das ihn interessiert: „Die Luxemburger Radsportler sind fantastisch.“

Regelmäßige Besuche in Luxemburg

Bis heute fährt der Sportreporter gemeinsam mit seiner Frau alle paar Monate nach Luxemburg. Manchmal nehmen sie Freunde mit, aber meist fahren sie alleine. Die Besuche laufen dann immer ach einem bestimmten Muster ab: „Wir fahren bis Nittel, dort wohnen wir in einem schönen Weinhotel. Dann stellen wir die Koffer ab und nehmen den Bus in die Stadt, denn in der Stadt einen Parkplatz zu finden, ist wirklich ein Abenteuer“.

   Dann schlendern sie durch die Stadt, fahren in den Grund, gehen ins Theater oder ins Schwimmbad. „Luxemburg ist so unwahrscheinlich schön und hat gerade kulturell unglaublich viel zu bieten“, schwärmt Huberty. Ein paar Brocken Luxemburgisch kann er noch. „Aber das klingt komisch, weil ich es schon ewig nicht mehr gesprochen habe.“ Es gibt niemanden mehr, mit dem er die Sprache sprechen kann, keine Verwandten, keine Freunde. „Ich habe sie alle überlebt.“   

   Mit seinem eigenen Tod hat sich Huberty noch nicht auseinandergesetzt. Wie 90 fühlt er sich ohnehin nicht. „Ich bin fit, es geht mir gut, aber das kommt nicht von ungefähr“. Drei Mal pro Woche geht er in ein Fitnessstudio, im Schwimmbad um die Ecke dreht er regelmäßig seine Bahnen. „Mir ist es sehr wichtig, dass ich rauskomme und mich bewege.“ Antrieb gibt ihm immer wieder seine 15 Jahre jüngere Frau, eine begeisterte Golferin und Turnerin. Seit fast 50 Jahren sind die beiden verheiratet. „Sie ist mein Motor und mein Vorbild. Und sie ist Widder. Wer sich mit Sternzeichen auskennt, weiß, dass es mit einem Widder nie langweilig wird.“

Ruhige Geburtstagfeier in Norddeutschland

   Gemeinsam mit seiner Frau feiert er heute seinen 90. Geburtstag bei seiner Tochter und seinen Enkelkindern in Norddeutschland. „Wegen meines Geburtstags hatte ich sehr viele Anfragen und Anrufe. Deswegen entfliehen wir dem ganzen Rummel und feiern gemütlich und ruhig nur mit der Familie.“

   Und wenn dann das ganze Feiern „endlich“ vorbei ist, steht auch schon bald der nächste Urlaub in der Heimat an. „Im Frühling fahren wir wieder nach Luxemburg. Das Hotel ist gebucht. Ich freue mich schon sehr." 

  
 

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Ernst Huberty: Sein Leben

 

 

   Ernst Huberty  wurde am 22. Februar 1927 in Trier geboren. Ab 1932 lebte er mit seiner Familie in Koblenz. Sein Vater, ein Luxemburger, hatte eine Strohhäcksler-Fabrik. Seine Mutter war Deutsche. Im Zweiten Weltkrieg war Huberty Flakhelfer. Er studierte Philosophie, Germanistik und Theaterwissenschaften.

   Nach einem Volontariat bei der Koblenzer Zeitung, arbeitete er ab 1950 als Sportreporter. Seit dem 4. Juni 1961 bis 1982 moderierte er die ARD Sportschau. Er begleitete Millionen Zuschauer an den TV-Bildschirmen, unter anderem beim sogenannten „Jahrhundertspiel“ Deutschland gegen Italien bei der Fußball-WM in Mexiko (17. Juni 1970).

  Er war WDR-Sportchef und ist der Erfinder des “Tor des Monats“. 1982 wechselte er ins dritte WDR-Programm.

   Nach 34 Jahren beim WDR ging er zum Privatfernsehen und arbeitete bis vor vier Jahren als Moderatoren-Coach. Heute lebt er mit seiner Frau in Frechen, nahe Köln.