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Nico Schmitt 

ein Leben im Zeichen des Fußballs

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Erstmals von sich reden machte der am 3. Oktober 1936 geborene Nico Schmitt beim internationalen FIFA-Jugendturnier, welches 1953 in Belgien stattfand, und bei dem er in drei Begegnungen das Tor hütete. Die Luxemburger Auswahl trumpfte großartig auf, indem sie sich mit 4-3 gegen Österreich und 3-2 gegen Deutschland behauptete und im Schlussklassement den siebten Rang belegte. Ein Jahr später, als die Luxemburger Nachwuchsspieler dasselbe Resultat beim FIFA-Turnier in Deutschland erreichten, stand Nico Schmitt bei sämtlichen Treffen im Tor. Die Spiele gegen Belgien und die Schweiz endeten jeweils mit 0-0, gegen die Türkei gab es eine recht knappe 1-2-Niederlage, und Österreich und England wurden mit 3-2 bzw. 2-0 bezwungen.

 
 
 
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Europapokal der Meister 1962
AC Milan-Union Luxemburg

 

Bereits mit 17 Jahren befand sich Nico Schmitt als Reservetorhüter im Aufgebot der A-Nationalmannschaft, welche am 9. Mai 1954 in Charleroi gegen Belgien B antrat. Im gleichen Jahr hatte er in seinem Verein Union Luxemburg den langjährigen Torwart Pierre Bollendorff in der 1. Mannschaft abgelöst. Mit dem Hauptstadtverein holte er 1962 den Landesmeistertitel, und bei insgesamt sechs Endspielen in der "Coupe de Luxembourg" gewann er dreimal den Pokal, nachdem er schon bei den Junioren in der "Coupe Prince Jean" erfolgreich gewesen war.

 
 

Eine seiner schönsten Erinnerungen ist das Ausscheidungsspiel um den Europapokal der Pokalsieger gegen den Hamburger SV, am 26. September 1963 in der Hansestadt. Die Bild-Zeitung betitelte damals ihren Spielbericht mit "Nico - ein Teufelskerl !" und kommentierte dessen Leistung, sowie die seiner Mitspieler, wie folgt :

"Luxemburgs Torwart Schmitt gestattete dem HSV nur ein 4-0. Von der 75. Minute an klangen Sprechchöre durch das Volksparkstadion in Hamburg : 'Nico Schmitt! Nico Schmitt!'. Dieser Schlachtruf galt - etwas nicht Alltägliches - dem Torwart der Gästemannschaft, der mit herrlichen Paraden die Niederlage von Union Luxemburg in Grenzen hielt.

Union aber hatte die ersten dicken Torchancen (in der 4. und 9. Minute durch Mittelstürmer Leonard), und der HSV brauchte eine ganze Zeit, ehe er merkte, dass es mit Trainingsstimmung allein nicht getan war.

Die Luxemburger verkauften sich prima. Man merkte, dass die Mannschaft fast ausschließlich aus Abiturienten besteht. Hier wurde die alte Weisheit, dass man beim Fußballspielen gar nicht dumm genug sein kann, Lügen gestraft. Eine Elf wie die der Luxemburger konnte die Mängel in der Konstitution (durchweg zarter und schmächtiger als die Hamburger) und der Spielhärte durchaus mit 'Köpfchen' ausgleichen. Das funktionierte - mit geschicktem Ballhalten in den eigenen Reihen - tatsächlich bis zur 28. Minute, bis der große Durchbruch von Boyens gelang.    

Trotz des deutlichen Ergebnisses: Das Spiel hat uns gefallen. Luxemburg kämpfte wirklich begeisternd. Es wurde ein Heldenepos, als die spielerisch weit unterlegenen Gäste sich nach der Pause den Angriffswellen des voll aufspielenden HSV mit zehn Mann entgegenwarfen. Stopper Romain Kies kam nämlich nicht mehr aus der Kabine zurück; er war kurz vor der Pause mit dem eigenen Torwart zusammengeprallt."

Im Rückspiel in Luxemburg gab es nur eine knappe 2-3-Niederlage für die Union-Spieler, die erhobenen Hauptes aus dem Europapokal ausschieden.

Nach seiner erfolgreichen Laufbahn bei Union Luxemburg wechselte Nico Schmitt als Spielertrainer nach US Mondorf, wo er auf Anhieb mit seiner Mannschaft Ehrenpromotionsmeister wurde und somit den Aufstieg in die Nationaldivision schaffte. In der ersten von drei Saisons in der höchsten Spielklasse konnten sich die Mondorfer sogar einen ehrenvollen 6. Platz am Ende der Meisterschaft erkämpfen.

Als Trainer wirkte Nico Schmitt des weiteren in Echternach, Schieren, Mamer, Hollerich und Hesperingen, bevor er als Coach der Juniorenmannschaft des FC Aris dazu beitrug, den Grundstein zu legen zum Neuaufbau, nachdem die Bonneweger für kurze Zeit in die Ehrenpromotion abgestiegen waren.

 
 
 
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Die Mannschaft, welche mit einem Sieg 2:1 gegen Holland,
sich unter die acht besten Mannschaften Europas klassierte

 

 

Insgesamt 18mal trug Nico Schmitt das Torwarttrikot der Nationalmannschaft, in drei WM-Ausscheidungsspielen, in fünf Spielen um die Europameisterschaft, sowie in zehn Freundschaftsspielen. Seinen größten Erfolg erlebte er am 30. Oktober 1963 in Rotterdam, beim sensationellen 2-1-Sieg gegen die Niederlande. Er spricht heute noch gerne über die unvergessliche Europameisterschaftskampagne von 1963, auch wenn den Luxemburgern letztendlich das nötige Glück fehlte, um an der Endrunde in Spanien teilnehmen zu können.

Beim erstaunlichen 1-1-Unentschieden in der ersten Begegnung gegen die niederländische Nationalmannschaft, in Amsterdam, glaubten so manche "Fachleute", die Luxemburger seien von ihren Gegnern verschont geblieben, um das Interesse und die Zuschauerkulisse für das Rückspiel nicht zu gefährden. Umso größer war die Überraschung, als die haushohen Favoriten im zweiten Treffen gegen alle Erwartungen die Segel streichen mussten.

Fast hätte das Spiel für Nico Schmitt bereits eine Viertelstunde vor dem Schlusspfiff geendet. Bei einem Freistoß für die Gastgeber fischte er den Ball sicher aus der Luft, bekam jedoch einen kräftigen Kopfstoss eines Angreifers gegen seine Schulter, so dass er verletzt am Boden liegen blieb. Es bestand Verdacht auf Schulterbruch, und der Mannschaftsarzt sagte ihm, er könne wahrscheinlich nicht weiterspielen. Trainer Robert Heinz wollte bereits Jempy Fiedler ins Tor beordern, doch schließlich konnte Nico Schmitt mit einer Bandage und einer Kortisonspritze das Spiel fortsetzen. Er überstand, wenn auch mit heftigen Schmerzen, die Schlussoffensive der Niederländer schadlos. In der Klinik, wohin man ihn anschließend brachte, erfuhr er, dass das Schlüsselbein gebrochen war. Der Sieg gegen die Niederländer und die fröhliche Stimmung auf der Heimreise im Zug aber ließen ihn seine Verletzung vergessen.

Glücklicherweise schritt der Heilungsprozess rasch voran, so dass Nico Schmitt für das Viertelfinale gegen Dänemark (zwei Unentschieden und ein 0-1 im Entscheidungsspiel) wieder einsatzfähig war.
                                                                                                                  

 
 
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Die Freude war sehr groß nach dem Spiel
 
 

Nach Beendung seiner Spieler- und Trainerlaufbahn, übernahm Nico Schmit verschiedene Posten im Fußballverband. So war er beispielsweise von 1986 bis 1999 1. Vizepräsident des Aufsichtsrates und Vorsitzender der Technischen Kommission. Seit 2002 fungiert er als Mitglied der UEFA-Kommission, welche mit der Kontrolle der Vereinslizenzen befasst ist. Außerdem war er bis 1999 FLF-Vertreter bei der CSMS (Caisse de Secours Mutuels des Sportifs) und anschließend Kassenrevisor in demselben Gremium. Nico Schmitt war ebenfalls Gründungsmitglied der ALAIF, der Vereinigung der früheren Fußballinternationalen, in welcher er als Schriftführer amtierte, und er gehörte zuletzt auch dem Organisationskomitee "100 Jahre FLF" an.

 
 
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                                                                  HSV-UNION 25.9.1963 


 
Henri Bressler / 23. Oktober 2008