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NORBERT (LOLL) LESZCZYNSKI

   
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 Quelle: Revue

 Die Fussballkarriere von Noll Leszczynski

 

   Mit  insgesamt vierzehn Aufgeboten bei offiziellen A-Länderspielen, gehörte der am 8. Oktober 1943 geborene Rümelinger Ende der sechziger Jahre sozusagen als Stammspieler zur Nationalelf. Meist spielte er hier die Rolle des technisch versierten Vorstoppers, an der Seite so prominenter "Liberos" wie Louis Pilot, Fernand Jeitz oder René Flenghi.Sicherlich zählte auch für ihn der 2 :1 Sieg über Mexiko beim Abschiedsspiel von Rober Heinz am 10. April 1969, zu den schönsten Erlebnissen seiner internationalen Laufbahn.

   Doch auch auf Vereinsebene gab es mit seinem Stammverein U.S. Rümelingen einige unvergessene Höhepunkte. Hierzu gehört in erster Linie der Pokalsieg vom Jahre 1968, wo man mit 1:0, nach Ver- längerung, die Oberhand gegen die damals hoch im Kurs stehende Bonneweger Aris gewann. 

   Anschliessend verpasste man nur ganz knapp ein Weiterkommen im Europapokal der Cupsieger, als die Rümelinger nach einem 2:1 Erfolg beim Hinspiel durch zwei Leszczynski-Tore gegen Sliema Wanderers Malta, im Rückspiel unglücklich 0:1 verloren. Die Malteser qualifizierten sich demnach durch das doppelt zählende Auswärtstor.

   Den zweiten Cupsieg erlebte der beim Verein meist als zweite Sturmspitze, neben Torjäger Furio Cardoni, operierende Leszczynski auf der Reservebank (1975 2:0 Sieg gegen Jeunesse Esch), während er im Europapokal gegen den jugoslawischen Cupgewinner Borac Banja Luca (0:9 / 1:5) wieder mit von der Partie war. Auch im UEFA-Pokal wirkte er 1970 gegen Juventus Turin (0:7 / 0:5) mit.

   Nach dreijähriger Probezeit als Trainer bei der Schifflinger The National, kehrte er in dieser Eigenschaft nach Rümelingen zurück, wo ihm auf Anhieb der Wiederaufstieg in die höchste Spielklasse und der erneute Einzug ins Endspiel der Coupe de Luxembourg (1:2 Niederlage gegen Red Boys) gelang.

   Besonders stolz war der somit zum wahren Erfolgstrainer avancierte Ex-Nationalspieler, der in der kommenden Spielsaison beim C.S. Oberkorn arbeitetete, auf den ersten Gewinn des von der ALAIF gestifteten  Supercups, den die Rümelinger vor Jahresfrist mit 3:2 gegen Landesmeister Avenir Beggen gewinnen konnten.

  Norbert Leszczynski ist am 20. Dezember 2017 im Alter von 74 Jahren gestorben.
Pro Football drückt seiner Familie ihr tiefstes Mitleid aus. 
   
 Petz Lahure 2018 awards 110x110

KOLUMNE von Petz Lahure

TB 30.12.2017

 

Der etwas andere Rückblick

 

   
    

   Am Ende des Jahres ist es üblich, die Ereignisse der letzten zwölf Monate vor seinem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen. Dabei kehren auch Fakten ins Bewusstsein zurück, die einen weitauslängeren Zeitraum zurückliegen. Das ist vornehmlich der Fall,wenn es um Personen geht, die erst kürzlich verstorben sind.

   Am letzten Donnerstag (28. Dezember) wurde in Hamm die Asche von Norbert Leszczynski verstreut, der uns acht Tage zuvor im CHEM von Esch/Alzette im Alter von 74 Jahren verließ. Leszczynski? Der Name, dessen Herkunft auf ein polnisches Hochadelsgeschlecht zurückgeht, ist ein Zungenbrecher! Mit szcz hinter dem e, dann einem y und zum Schluss einem i.

   In Luxemburg dürfte Leszczynski höchstens den früheren Zeitungskorrektoren und den älteren Lesern ein Begriff sein. Kein anderer Name ist hierzulande häufiger falsch geschrieben worden, sei es in den Medien oder auch in offiziellen Publikationen. Es genügt eben nicht, sich auf die phonetische (gehörte) Schreibweise zu verlassen. Das geht in den meisten Fällen schief.

   Wer aber war Norbert Leszczynski? Nun, der Junge spielte Fußball, und das sogar recht gut. Mit ein wenig Pech hätte seine Karriere schon vorbei sein können, noch ehe sie überhaupt richtig begonnen hatte. Während der (damals obligatorischen) Militärdienstzeit wurde Leszczynski in einen furchtbaren Autounfall verwickelt. Mit eisernem Willen kämpfte er sich auf den Sportplatz zurück, so dass er am 31. März 1968 gegen Frankreichs Amateure (1:4) von Trainer Robert Heinz in die Nationalelf berufen wurde.

   Beim ersten internationalen Einsatz spielte Leszczynski Innenverteidiger an der Seite von Metty  wen, doch im weiteren Verlauf der Karriere wurde ersichtlich, dass er seinem Verein US Rümelingen auch im Mittelfeld, im Sturm oder sogar als Keeper behilflich sein konnte. Leszczynski war ein Multitalent, das Tore schoss und, falls Not am Mann war, deren auch verhinderte. Wenn er ab und zu in Meisterschaftsspielen im Kasten stand, beeindruckte er durch tolle Paraden. Anders herum am 18. September 1969 beim Rümelinger 2:1-Erfolg im Europapokal der Cupsieger gegen die Malteser von Sliema Wanderers. Beide Tore trugen die Marke Leszczynski.

   Als Rümelingen 1968 erstmals in ein Pokalfinale einzog und es im Wiederholungsspiel (das erste Treffen gegen Aris Bonneweg endete 0:0 n.V.) auch 1:0 gewann, fegte ein frischer Wind über Luxemburgs Sportanlagen. Die USR hatte damals eine stolze Truppe mit u.a. dem jovialen Bruno Ferrero im Tor, den knochenharten „Backs“ Jang Schlüter und Fränz Eisenbarth, dem fast  unüberwindbaren Valerio Maiolatesi im Abwehrzentrum, den technisch versierten Brüdern René und Furio Cardoni als Schalt- und „Schuss“-Station, dem flinken Kapitän Marcel Bertoldo auf der Außenposition sowie zumindest einem der vielen Gebrüder Kirsch. Weil man in Rümelingen auch lockerer und angenehmer zu feiern wusste als anderswo, promovierte der Südzipfel des Landes bald zur heimlichen Fußball-Hochburg Luxemburgs.

   In der Nationalmannschaft war Norbert Leszczynski das Aushängeschild der USR. Er stand am
 10. April 1969 vor 7.000 Zuschauern beim 2:1-Sieg gegen Mexiko (Luxemburger Treffer durch Johny Léonard und Paul Philipp) neben Fernand Jeitz (Selbsttor) in der Zentralabwehr und spielte danach, genau wie übrigens Furio Cardoni, innerhalb von nur 100 Tagen gleich zweimal in einer offiziellen Partie im Empire Stadium von Gzira auf Malta. Dieses Stadion war weltweit für sein aus gewalztem Sand bestehendes Spielfeld gefürchtet. Mit Rümelingen verloren Leszczynski und Cardoni 0:1 gegen Sliema (29.9.69), mit dem Nationalteam gab es ein 1:1 gegen Malta (4.1.70).

   Weil er nicht von schweren Verletzungen verschont blieb, bestritt „Noll“, wie er von seinen Freunden genannt wurde, nur 14 Länderspiele. Er war bei den Qualifikationstreffen im Hinblick auf die WM 1970 in Mexiko, die unter zwei Trainern stattfanden (Robert Heinz, Ernst Melchior) dabei und machte auch die „Katastrophe“ von Polen mit, wo die Luxemburger Mannschaft zehn Tage nach dem 2:1-Sieg über Mexiko mit Mann und Maus unterging. Luxemburg verlor hoch mit 1:8, nachdem es zurPause mit drei Toren im Hintertreffen gelegen hatte.

  Dieses „schlimmste Abenteuer“ in der 109-jährigen Geschichte der FLF begann schon tags zuvor inWarschau, wo die Reise zum Spielort Krakau statt mit dem Flugzeug mit einem alten Reisebus fortgesetzt werden musste. Niemand konnte wissen, dass die Flugverbindung von Warschau nach Krakau nicht funktionieren würde. Mit dem Bus war die Delegation rund sechs Stunden lang unterwegs. Sie traf erst kurz vor Mitternacht in ihrem „Hotel“ ein. Hier herrschte die ganze Nacht über so emsig „Betrieb“, dass es praktisch ein Ding der Unmöglichkeit war, Schlaf zu finden.

   Tags darauf war das Spiel um die ungewohnte Mittagsstunde angesetzt. Rund 30.000 Zuschauer peitschten ihr Team im ausverkauften Wisla-Stadion zum Schieß- und Tore-Festival. Allein Wlodzimierz Lubanski, der Polens Fußballmannschaft 1972 in  München zur olympischen Goldmedaille führte, scorte fünfmal, indes Johny Léonard beim Stande von 6:0 zumindest  den Ehrentreffer erzielte.

  Drei Tage später kaufte sich die Luxemburger Elf im Vassil-Levsky-Stadion von Sofia mit einem 1:2 gegen Bulgarien zurück, wobei das bulgarische Siegtor durch einen umstrittenen Handelfmeter, den Norbert Leszczynski verursachte, zustande kam. Beim Rückspiel im schneebedeckten hauptstädtischen Stadion (1:3, Luxemburger Tor durch Paul Philipp per Elfmeter) wartete das FLF-Team trotz der Niederlage erneut mit einem begeisternden Spiel auf.

   Bei dieser Begegnung führte Leszczynski die Luxemburger Elf als Kapitän aufs Feld. Danach streifte „Noll“ das Trikot mit dem roten Löwen auf der Brust noch viermal über und beendete seine Nationalmannschaftskarriere am 14. Oktober 1970 an der Arloner Straße mit einer 0:2-Niederlage im EM-Qualifikationsspiel gegen Jugoslawien. Er war damals knapp 27 Jahre jung!