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 Erny Brenner

 

 ein Leben für den Fussball 
 

 
   
 


          Der Spieler

Einen der erstaunlichsten  Fussballspieler in den Jahren 1955 bis 1965 beschreibt die Sportpresse als: zuverlässigsten Seitenverteidiger, selbstbewusst, unbeschwert und hemmungslos, Stopper von einem unbändigen Kampfes- und Siegeswillen, aber auch stets Ruhe und Sicherheit ausstrahlend. Seine Spurtschnelle war legendär und seine physische Verfassung musterhaft.

Es war also kein Zufall, dass Erny Brenner eine mustergültige Sportkarriere vorlegen konnte. Sondern es war harte Arbeit und Training, massvolle Lebensweise und Zuverlässigkeit für Freund und Mitspieler.

Es fing in Düdelingen an …

            
Am 13. September 1931 in Düdelingen geboren, hatte Erny Brenner seine ersten, fussballerischen Kontakte mit 12  Jahren bei der Düdelinger Stade, die von dem erfahrenen und anerkannten Trainer  Häussler betreut wurde.

Nach der Primärschule trat Erny Brenner als Lehrling in die Karosserie-Werkstatt von Herrn Steil ein, der Vorsitzende von Union Luxemburg.

… und es ging bei der Aris weiter

Überraschend war schon, dass der talentierte Jugendspieler es vorzog sich nicht bei der Union sondern bei der Bonneweger Aris einzuschreiben, zum grossen Leidwesen seines Lehrmeisters und Arbeitgebers.

Dies zeichnete schon sehr früh die Entscheidungskraft und den starken Eigenwillen des jungen Spielers aus, der es vorzog seinen Freunden zur Aris zu folgen.

Vom guten Mittelstürmer zum besten Rechtsaussen

Erny Brenner verdiente sich die ersten Sporen als schneller und spritziger Stürmer. Der junge, kräftige Torjäger wurde sehr früh in die erste Mannschaft der Aris berufen und machte manchem Verteidiger in diesen Jahren das Leben sauer.

Im Jahre 1952 zog es den 21jährigen Stürmer Brenner wieder nach Düdelingen.

Es war der Ausfall des National-Verteidigers Remy Wagner, späterer FLF-Präsident, der den Stade- und Nationaltrainer Havlizek veranlasste, den Stürmer Brenner in die Verteidigung zurückzuziehen.

Dies war der Wendepunkt in der Karriere des jungen Spielers, dessen Laufbahn als Aussenverteidiger nun begann und von grossem Erfolg gekrönt war.

 

 
 

          Die goldenen Jahre der Stade Düdelingen

Im Jahre 1955 errang  Erny Brenner mit der Stade-Mannschaft, in der man die hervorragenden Spieler Michaux B., Michaux E., Wagner R., Bissen, Back, Fandel, Luciani, Becker, Halsdorf und Kettel findet, den Landesmeister-Titel.

1956, ein Jahr später folgte dann ein 3-1 Landespokal-Sieg gegen Niederkorn.

Die Meisterschaft 1956-1957 stand wieder im Zeichen eines überlegenen Stade-Sieges. Im Pokal-Endspiel behielt jedoch 1957 die Spora die Oberhand und gewann mit 2:1 Toren.

Tragisch war das Jahr 1960. Vierzehn Tage vor dem Endspiel gegen The National (0:3 Niederlage) verunglückten die Stade-Spieler Kettel Neckel, Reiff Nico und Schlesser Nico mit dem Auto bei der Heimfahrt nach Düdelingen. Nicht nur die Stade und Düdelingen, sondern die gesamte luxemburgische Fussballwelt war geschockt durch den Tod der drei Nationalspieler.

Im Jahre 1965 errang Stade Düdelingen mit Erny Brenner den dritten Meisterschaftstitel.

Über 10 Jahre, von 1955 bis 1965, hat Erny Brenner  die goldenen Jahre der Stade Düdelingen geprägt. In dieser Zeit reifte er als Spieler und Kapitän zur spielbestimmenden Figur in Düdelingen und in der Nationalmannschaft heran.

 

 
 

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          71 A-Länderspiele

Am 10. April 1955 bestritt Erny Brenner in Lissabon gegen Portugal vor 60.000 Zuschauern sein erstes Fussball-Länderspiel, welches für ihn ein unvergessliches Ereignis darstellte.

Bis zum letzten Spiel im Herbst 1965 bestritt er insgesamt 71 A-Länderspiele und gehört damit zu den Spitzen-Nationalspieler. 64 Länderspiele stand er ohne Unterbrechung in der Nationalmannschaft. Diese einmalige Leistung belegt die Professionalität und Seriosität  des Nationalspielers, der auch das Glück hatte von schweren Verletzungen verschont geblieben zu sein. 

Von diesen 71 Spielen, bestritt Erny Brenner 12 WM-, 5 EM- und 4 Olympia-Ausscheidungsspiele.

 

 

 

 Die "Highlights"

Wir haben Erny Brenner selbst gefragt, welches heute seine schönsten Erinnerungen aus der Nationalmannschaft seien:

"Das erste Spiel mit der Nationalmannschaft in Lissabon gegen Portugal hat mich sehr beeindruckt und ist eine meiner schönsten Erinnerungen.

An vorderer Stelle steht auch ohne Zweifel der Sieg am 30. Oktober1963 gegen Holland in Rotterdam. Durch diesen Sieg hat Luxemburg sich einmalig fürs Viertefinale einer Europameisterschaft qualifiziert, das heisst unter die acht besten Nationen Europas.

Nicht vergessen will ich auch die drei dramatischen Spiele gegen Dänemark und die unglaubliche, einmalige Begeisterung der luxemburgischen Fussballwelt.

 Ein weiterer Höhepunkt stellt der vielumjubelte 4:2 Sieg beim W-Qualifikationsspiel gegen Portugal mit Eusebio dar. Mit diesem Sieg versperrten wir den Portugiesen den Weg nach der WM in Chile.

Es gibt auch ehrenhafte Niederlagen, welche  einmalige Ereignisse in einer Fussballkarriere darstellen. Dazu gehört im September 1961 das WM-Spiel gegen England im Londoner Highbury Stadion von Arsenal vor 35.000 englischen Zuschauern.

 Nach einer 3:0 Führung bei Halbzeit schien alles für die Engländer gelaufen. Doch ein Tor von C. Dimmer nach der Halbzeit gab Luxemburg neuen Aufwind und das Publikum ergriff spontan die Partei der Luxemburger. Zum Schluss des Spieles, bei einer 4:1 Niederlage für Luxemburg, wurden die englischen Spieler ausgepfiffen und die Luxemburger erhielten eine grosse Ovation.

Schöne Erinnerungen gibt es noch mit der 0:2 Niederlage 1964 im WM-Spiel gegen Frankreich mit dem aussergewöhnlichen Spieler Combin sowie die ehrenhafte 1:3 Niederlage beim WM-Spiel in Belgrad gegen Jugoslawien".

Gute Zeiten, schlechte Zeiten. Erny Brenner hat auch manche Kehrseiten in seiner langen Karriere erlebt:

"Ein Trauma ist für mich der tragische Tod meiner drei Freunde Kettel, Reiff und Schlesser geblieben. Für die Spieler, den Verein und die Stadt Düdelingen war das ein furchtbarer Schock , welcher sehr lange Zeit uns und den Verein lähmte.

Dann war das letzte Entscheidungsspiel 1964 gegen Dänemark und die Ereignisse auf dem Spielfeld  eine  grosse Enttäuschung gewesen, denn der Platz unter den letzten vier Nationen Europas war greifbar nahe gewesen.

Enttäuscht war ich auch über meinen Abgang von der Nationalmannschaftsbühne. Dem Nationaltrainer und der FLF hatte es da am nötigen Fingerspitzengefühl gefehlt."

 

 
 

          Beruf und Familie

So gewissenhaft Erny Brenner Fussball spielte, so beispielhaft verlief, und verläuft, sein Berufs- und Familienleben.

Von 1954 bis Juni 1989 führte Erny als Karossier-Meister mit grossem Erfolg und beruflicher Kompetenz eine Autoreparatur-Werkstatt in Düdelingen.

Seine Frau Maria ist ihm zeitlebens eine grosse und sichere Stütze geblieben. Der Sohn Romain war ein geschätzter Spieler von Stade Düdelingen gewesen und ist heute eine wertvolle und tragende Arbeitskraft des erfolgreichen Fusionsvereins F91 Diddeléng.

Erny Brenner ist Düdelinger geblieben und hat seinem Verein bis heute die Treue bewahrt.

 

 
 

         Interview

 
 


           
           Wie sieht Erny Brenner heute die Probleme des luxemburgischen Fussballs, z.B. die  Ausländerproblematik:

"Für mich sind die Grenzgänger aus Frankreich, Belgien und Luxemburg keine Ausländer sondern Europäer, welche  unseren Fussball aufwerten und verbessern. Auch das heutige 1. Lizenz-System verstösst gegen europäisches Recht und ist für mich nicht annehmbar.

Das Problem, dass nicht genug luxemburgische Spieler in der Nationaldivision spielen ist ein Problem unserer Spieler, welche viel zu oft nicht bereit sind die erforderlichen Leistungen zu bringen und sich gegen die Konkurrenz zu behaupten.

Wenn unsere Spieler es nicht fertig bringen sich  in ihren Vereinen durchzusetzen, wie wollen sie denn in der Nationalmannschaft eine Leistung bringen."

Erny Brenner sieht auch manche Probleme in der Jugendarbeit:

"Heute verlangen viele Eltern, dass ihre Kinder einen Schulabschluss haben. Fussball und Schule kombinieren ist öfters problematisch, besonders bei jugendlichen Klassespielern. Die Schule macht zu wenig für den Sport, sowohl in der Primärschule als auch im Sekundarunterricht. Zusätzlich brauchen wir überall, auch in den Vereinen, verstärkt qualifiziertes Personal um die Jugendlichen fachmännisch zu betreuen und die Schule mit dem Fussball zu vereinen."  

Angesprochen auf den Austragungsmodus der Meisterschaft in der Nationaldivision bringt Erny Brenner eine zusätzliche Variante ein:

"Vorerst will ich sagen, dass die beiden oberen Divisionen sich zusammentun und eine eigene Autonomie erhalten müssen. Es kann nicht sein, dass auf FLF-Kongressen die kleineren Vereine über die Zukunft der Vereinen aus der Nationaldivision und der Ehrenpromotion bestimmen.

Zudem sollte die Nationaldivision nicht mehr als 12 Vereine haben. Persönlich könnte ich mir eine Meisterschaft in drei Runden vorstellen, wovon eine Runde auf neutralem Spielfeld gespielt würde."

Wie wir feststellen können ist Erny Brenner der engagierte Fussballer geblieben, dem der luxemburgische Fussball sehr am Herzen liegt.

 

 

 

  Camille Dimmer

Pro Football 18. Dezember 2006

Quellen: Erny Brenner, Revue, Tageblatt, Le Républicain Lorrain