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JUBILÄUM 50 JAHRE EUROPA-MEISTERSCHAFR 1963

 

 
   
   
Luxemburger Wort 18. Dezember 2013  
   

Ein historischer Erfolg:

Vor 50 Jahren gehörte Luxemburgs Nationalelf zu den besten Acht in Europa

 

„Wir waren eine große Familie“

 

Im Dezember 1963 spielten die Fußballer des Großherzogtums

 im Viertelfinale der EM-Qualifikation

 
VON ANDREA WIMMER  

 

Es war ein historischer Erfolg, der bis heute einzigartig ist. Luxemburgs Fußball-Nationalmannschaft gehörte vor einem halben Jahrhundert zu den besten Acht in Europa. Im Dezember 1963 spielte das Team des Großherzogtums im Viertelfinale der EM-Qualifikation. Sogar die Teilnahme an der Europameisterschaft war zum Greifen nah. Heute vor 50 Jahren war das Entscheidungsspiel gegen Dänemark.

 

Der 18. Dezember 1963 war ein besonderer Tag in Luxemburgs Sportgeschichte. Die Nationalelf hatte für so viel Begeisterung gesorgt, dass die Luxemburger in Scharen nach Amsterdam reisten. 2500 Fans fuhren mit dem Zug in die Niederlande, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Die Equipe hatte beim „Europapokal der Nationen“ die einmalige Chance auf den Sprung in die EM-Endrunde. Diese wurde mit nur vier Teilnehmer-Ländern ausgespielt.

 

     Am Ende klappte es nicht. Luxemburg verlor das Entscheidungsspiel gegen Dänemark 0:1. Trotzdem hatte die Mannschaft von Trainer Robert Heinz Großartiges geschafft. „Am Ende war die Freude darüber, dass wir so weit gekommen waren, größer als die Enttäuschung über die Niederlage“, erinnert sich der heute 82-jährige Erny Brenner, der damals Abwehrspieler war und der Nationalelf von 1955 bis 1965 angehörte.

 

     Aber der Reihe nach: Für Aufsehen in Europa hatten die Luxemburger Fußballer schon zwei Jahre zuvor gesorgt. Im Oktober 1961 überraschten sie mit einem 4:2-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Portugal. Die Iberer hatten damals erstmals den jungen Eusébio in ihren Reihen, der später zum Weltfußballer und größten Idol des Landes aufsteigen sollte. Der Erfolg bedeutete den Beginn einer neuen Ära im Luxemburger Fußball. Denn vorher hatte die einheimische Nationalelf nie einen Punkt in einem offiziellen Länderspiel geholt.

 

     Die Qualifikation für die EM 1964 wurde schließlich zu einem herausragenden Kapitel der hiesigen Sportgeschichte. Zunächst war Glück dabei, denn Luxemburg erwischte in der ersten Runde der 29 Mannschaften umfassenden Ausscheidung ebenso wie Österreich und die Sowjetunion ein Freilos. Im anschließenden Achtelfinale waren die Niederlande der Gegner. Hin- und Rückspiel fanden auswärts statt. Luxemburgs Fußballverband FLF hatte aus finanziellen Gründen zugestimmt. Das Hinspiel in Amsterdam endete 1:1. Paul May erzielte das Luxemburger Tor.

 

     Und ausgerechnet im Rückspiel in Rotterdam, für das Luxemburg auf sein Heimrecht verzichtet hatte, kam es zur Sensation. „Unter den 40 000 Zuschauern waren etwa 100 Luxemburger. Die Holländer erwarteten, dass ihre Mannschaft nach dem Unentschieden im Hinspiel richtig aufdreht und das kleine Luxemburg zermalmt“, beschreibt Camille Dimmer die Stimmung im Stadion an jenem 30. Oktober 1963. 

Luxemburg zog ins Viertelfinale einxemburg zog ins Viertelfinale ein 

Der Mittelstürmer belehrte die Zuschauer eines Besseren. In der 20.’ erzielte er die Führung für Luxemburg. „Danach herrschte kollektives Entsetzen auf den Rängen“, erinnert sich der heute 74-Jährige. Zur Pause stand es 1:1. Doch in der zweiten Halbzeit schoss  Dimmer den Außenseiter im Alleingang zum 2:1-Sieg. „Es folgten noch sehr lange Minuten bis zum Schlusspfiff, die es durchzustehen galt.“ Aber dann war es perfekt: Luxemburg warf die Niederlande aus dem Wettbewerb und zog ins Viertelfinale ein. Sogar die gegnerischen Zuschauer feierten die Luxemburger. „Wir liefen eine Ehrenrunde, und das gesamte Publikum applaudierte. Es war ein unfassbarer Erfolg. Das gab es vorher nicht und das wird es auch nicht mehr geben“, meint Dimmer. 

 

Offenbar waren die Fußball-Helden recht bescheidene Leute. Die Siegesfeier? „Wir haben ein Bier getrunken und waren zufrieden. Damit war die Sache erledigt. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug zurück nach Luxemburg“, berichtet Brenner. Dort warteten die begeisterten Landsleute bereits am Bahnhof. „Damals war Fußball bei uns die Sportart Nummer eins. Es kamen auch viel mehr Zuschauer zu Spielen der einheimischen Ligen. Es gab ja keine Hallen, und Basketball kannte keiner“, erklärt der einstige Torschützenkönig Johny Léonard.

 

In der Runde der letzten Acht traf Luxemburg auf Dänemark. Dimmer, der seine Mannschaft ins Viertelfinale geschossen hatte, konnte wegen einer Oberschenkelverletzung jedoch nur zuschauen. „Das war ganz bitter für mich. Ich habe es sehr bedauert, gegen Dänemark nicht spielen zu können. Denn damals gab es im Land eine Begeisterung, die Luxemburg bis dahin nicht gekannt hatte“, sagt er. Das Hinspiel im heimischen Stade Municipal endete 3:3. Henri Klein (2) und Louis Pilot, der 2004 beim Uefa-Jubiläum zum „besten Spieler Luxemburgs“ gewählt wurde, erzielten die Treffer der Hausherren.

 

Auch im Rückspiel eine Woche später in Kopenhagen trennte man sich unentschieden (2:2). Léonard hatte die 1:0-Führung erzielt. „Ich kam gegen Dänemark nur rein, weil Camille verletzt war“, erinnert sich der heute 72-Jährige: „Nach einer Vorlage von Jean Klein musste ich den Ball nur noch ins leere Tor einschieben. Es war so ruhig im Stadion, so wusste ich nicht, ob er wirklich drin war.“ Ady Schmit gelang der zweite Luxemburger Treffer.

 

So ging es ins Entscheidungsspiel gegen die Dänen, das auf neutralem Boden erneut in Amsterdamer Olympiastadion stattfand. Die Luxemburger Elf und ihre vielen mitgereisten Anhänger durften von der EM träumen, bis Ole Madsen die Hoffnungen mit seinem Tor in der 44.’ zunichte machte. Der Däne wurde später bei der EM in Spanien Torschützenkönig.

 

Die unterlegenen Luxemburger überwanden die Enttäuschung und durften stolz auf das Erreichte sein. „Es war eine sehr schöne Zeit“, sagt Léonard. Als einen der Gründe für die Stärke der Mannschaft führen die Beteiligten vor allem den Zusammenhalt an. „Wir waren wie Brüder“, meint Brenner. „Wir waren eine große Familie“, sagt François Konter, „keiner war neidisch auf den anderen. Und über Geld wurde nie geredet.“

 

Dabei waren ein halbes Dutzend Nationalspieler Profis bei hochklassigen Clubs im Ausland. Konter und Pilot beispielsweise wurden mehrfach belgische Meister. Konter war beim RSC Anderlecht, Crossing Molenbeek und La Gantoise. Dimmer war ebenfalls in Anderlecht und Molenbeek, Pilot bei Standard Liège, dem FC Antwerpen und Racing Jet Bruxelles. Ady Schmit spielte in Sochaux und Mulhouse, Léonard in Metz und in Gent, Henri Klein in Liège und Utrecht. „Auch durch die Auslandsprofis waren wir so stark“, sagt Brenner, der selbst wegen seiner Arbeit im Familien-Unternehmen auf den Wechsel ins Ausland verzichtete.

 

Viele der Altinternationalen sind dem Fußball treu geblieben. Sie verfolgen die Spiele der heutigen Nationalmannschaft und der internationalen Top-Ligen, bedauern aber so manche Entwicklung im modernen Sport. „Es geht leider immer nur ums Geld. Das macht den Sport kaputt“, sagt Léonard. „Ein Erfolg wie unserer kann mit dem heutigen Qualifikationssystem für große Turniere nicht mehr vorkommen“, weiß Dimmer. „Heute haben Vereine aus einem kleinen Land im Europacup wegen der vielen Qualifikationsrunden kaum eine Chance auf wirklich tolle Gegner“, so Leonard, der sich auch wegen der Zuschauerzahlen im Inland sorgt: „Alles ist anders geworden. In der BGL Ligue kennt man die Spieler kaum.“

 

Die Helden von damals beneiden die heutigen Fußballer nicht. „Früher war es leichter, Auslandsprofi zu werden, denn die Konkurrenz aus Afrika und Osteuropa gab es nicht“, sagt Léonard. Auch sei es in den vergangenen Jahren wegen der defensiven Ausrichtung oft viel zu schwer für Luxemburger Nationalmannschaften gewesen, überhaupt Tore zu erzielen, meint Brenner. Aber zuletzt hat ihm die Nationalelf offenbar viel Freude bereitet: „Die Mannschaft spielt wieder offensiver. Dadurch werden die Spiele besser, und es gibt wieder mehr Tore für Luxemburg.“

 
FOTOALBUM  
   
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Die Mannschaft welche Holland mit 2-1 in Rotterdam besiegte  

oben: Jempi Fiedler, Bizzi Konter, Erny Brenner, Jim Hofstetter, Nico Schmitt

unten: Bizzi Klein, Jean Klein, Camille Dimmer, Ady Schmit, Louis Pilot

 
   
Luxembourg Pays Bas 1963 après la victoire 448x292  
Siegesfeier  
   

francoiskonter-01     Drei Fragen an… François „Bizzi“ Konter.

 

 Der heute 78-Jährige spielte von 1955 bis 1969 in Luxemburgs Nationalmannschaft und war zeitweise Kapitän.
Als Auslandsprofi wurde er mehrfach belgischer Meister.
 

1- Welche Erinnerungen haben Sie noch an den Sieg gegen die Niederlande im Oktober 1963 und den Einzug ins Viertelfinale der EM-Qualifikation?

 

Es war einer der schönsten Momente in dieser Zeit. Damals gab es ja mehrere, zum Beispiel auch den Sieg gegen Portugal. Beim Spiel gegen Holland erinnere ich mich noch genau an die schwierigen Schlussminuten. Einige meiner Mitspieler wollten etwas nachlassen. Da musste ich mit ihnen schimpfen. Nach dem Schlusspfiff haben wir uns alle umarmt. Wir bekamen natürlich Gratulationen von allen Seiten. 

 

2- Danach ging es gegen Dänemark. Nach zwei Unentschieden gab es ein Entscheidungsspiel. Was war größer: Die Enttäuschung
über das Ausscheiden oder die Freude darüber, dass man so weit gekommen war?

 

Wir hatten so gute Chancen, noch weiter zu kommen. Ole Madsen – den Namen vergesse ich nie. Der dänische Stürmer hat sechs Tore gegen uns geschossen, eines davon im Entscheidungsspiel. Wir haben unsere Gelegenheiten nicht genutzt. Wir waren überlegen, haben aber nichts daraus gemacht. Als wir später sahen, welche vier Mannschaften dann schließlich zur EM durften, haben wir uns geärgert. Denn mit denen hätten wir auch mitspielen können. Einige Mannschaftskollegen hatten sogar schon bei ihren Arbeitgebern Urlaub beantragt, um zur EM nach Spanien fahren zu können. Man musste aber immer bedenken, was wir alles geschafft hatten. Es war ein großer Erfolg für Luxemburg, und das ist es immer noch. Doch wenn man etwas geschafft hat, will man immer mehr.

 

3- Beneiden Sie die heutigen Fußballstars manchmal um ihre Karrieren und Ihr Geld?

 

Nein. Ich schaue Ihnen gerne zu, wenn sie gut spielen. Aber ich beneide sie nicht. Sie haben einen anderen Lebensstil. Wir waren damals freier. Die heutigen Profis haben mehr Verpflichtungen, sie müssen morgens und nachmittags trainieren. Ich bin mit meiner Karriere und meinem Leben sehr zufrieden. Damals war es die Stärke unserer Nationalmannschaft, dass wir gute Freunde waren. Einer wäre für den anderen durchs Feuer gegangen. Ich habe dem Fußball hundert Prozent gegeben. Und der Fußball hat mir auch hundert Prozent gegeben.  

 
Interview: Andrea Wimmer   
   
Luxembourg-Pays Bas 1963 equipe nationale stage INS 448x334  
2 Tage vor dem Spiel: Vorbereitung Im INS Luxemburg  

DER KOMMENTAR

UNVERGESSEN UND UNERREICHT 

VON JOE GEIMER

 

 

1963. Nicht unbedingt ein Jahr, das international in die Historie
des Fußballs eingegangen ist.Wohl eher verbindet man diese
vier Ziffern mit dem Attentat auf den damaligen US-Präsidenten
John F. Kennedy. Im kleinen Großherzogtum ist dies jedoch
 anders. Den eingefleischten Luxemburger Sportfans ist das
Jahr 1963 ein fester Begriff.
Denn die Leistung der Luxemburger                                                                   hollande63-la-fete-01-306x216web Nach dem Sieg gegen Holland
Kicker aus der damaligen Zeit war herausragend
und bis heute unerreicht. Zum Vergleich: In der rezenten
Vergangenheit ragt immer noch die zehn-Punkte-Kampagne
(drei Siege und ein Unentschieden) des FLF-Teams in der
Qualifikation zur EM 1996 heraus. Oder der 2:1-Erfolg 2009
in der Schweiz. Oder die sechs Zähler in der kürzlich beendet-
en WM-Qualifikation. Doch vor 50 Jahren zählten die Luxem-
burger zu den besten acht Teams Europas. Dies muss man
sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen. Bei der EM
damals verpasste man nur um Haaresbreite den Sprung unter
die Top Vier. Erst ein Entscheidungsspiel gegen Dänemark
brachte das Aus, nachdem Pilot, Dimmer, Konter und Co.
zuvor bereits die Niederlande eliminiert hatten.Das moderne
Qualifikationssystem schließt solche Erfolge der krassen Au-
ßenseiter heute aus.Und gerade deswegen sollten die Leis-
tungen der damaligen Nationalhelden auch 50 Jahre später
noch  gewürdigt werden. Die Erinnerung an damals muss
aufrecht erhalten bleiben, auch weil sie im kollektiven Ge-
dächtnis der jüngeren Fußballfans zu verblassen droht.
LW 18.12.2013

 
   
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Prosit auf den Nationaltrainer Robert Heinz